Symptome

The voice within

Das Symptom, welches ich hier beschreibe ist sehr typisch für Schizophrenie. Nicht alle, aber die meisten Betroffenen haben es: Die Rede ist vom Stimmenhören. Zum ersten Mal bemerkbar gemacht hat sich dieses Symptom bei mir zu Beginn meiner ersten Psychose.

Bevor ich Medikamente genommen habe, hörte ich fast ununterbrochen eine Stimme in meinem Kopf. Manchmal kommentierte sie, was ich tat, wie zum Beispiel: „Sie ruht sich gerade aus“. In anderen Fällen war es auch so, dass sie mir mit einem aggressiven Unterton Befehle gab. Sehr brutale Befehle wie: „Bring jemanden um“. Diese Befehle haben mich sehr verunsichert und ich versuchte, mich irgendwie davon zu distanzieren. Obwohl ich eigentlich nicht die Kontrolle über mich verloren habe, kam in mir Angst hoch, dass ich einen dieser Befehle in die Tat umsetzten würde. Doch ich tat es nicht. Als ich dann jedoch anfing, ein Medikament gegen die Stimme zu nehmen, hörte ich sie zu meinem Glück nicht mehr durchgängig.

Mittlerweile ist es so, dass ich die Stimme über den Tag verteilt noch relativ häufig höre. Was die Stimme so sagt, kann sehr unterschiedlich sein. Einerseits macht sie mir Komplimenten wie zum Beispiel: „Schön bist du“. Andererseits beleidigt sie mich auch oft, indem sie beispielsweise sagt: „Wie hässlich ihr Inneres ist“. Oft ist es auch so, dass die Stimme Dinge sagt, die überhaupt nicht in meine Situation passen und überhaupt keinen logischen Sinn ergeben. Zum Beispiel sagte sie einmal: „Die Zweisamkeit zwischen uns ist so tiefgründig“.

Die Art, wie die Stimme etwas sagt, kann auch variieren von freundlich bis hin zu aggressiv und verblüfft. Übrigens habe ich mit der Zeit bemerkt, dass diese Stimme die ich höre, die Klangfarbe meiner eigenen Stimme hat. Ich habe es nur nicht auf Anhieb bemerkt, weil ich die Stimme ja in meinem Inneren höre und sie ja nicht von außerhalb kommt. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Stimme eigentlich fast immer den gleichen Satzbau verwendet. Wenn sie zum Beispiel sagen möchte, dass ich wütend bin sagt sie dann: „Wütend bist du“. Einen anderen Satzbau – also „du bist wütend“ – verwendet sie nie.

Doch nicht nur am Tag, während ich wach bin, höre ich diese Stimme. Denn es ist so, dass ich sie auch in einigen Träumen höre, wenn ich schlafe. Insbesondere in den realistischen Träumen, von denen ich euch bereits erzählt habe.

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