Symptome

Wenn der Körper schlappmacht

Körperliche Schwäche ist ein Symptom, welches einerseits durch die Schizophrenie und andererseits auch durch ein Neuroleptika, welches ich nehme, verursacht wird. Das Neuroleptika heißt Zeldox und eine „allgemeine Kraftlosigkeit“ ist eine Nebenwirkung dieses Medikaments. Welche Erfahrungen ich mit diesem und auch mit anderen Medikamenten im Verlauf meiner Krankheit gemacht habe, werde ich in einem späteren Beitrag nochmal genauer erzählen.

Entwickelt hat sich diese körperliche Schwäche nach meiner ersten Psychose. Denn ich kann mich erinnern, dass ich während dieser Zeit die Sporttherapie noch problemlos mitmachen konnte und teilweise in der Klinik viel herumgerannt bin – ohne großartige Anstrengung.

Dies änderte sich allerdings etwa ein Monat nach Ende der ersten Psychose. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch ohne Medikamente lebte, merkte ich, dass mein Körper anfing schwächer zu werden. Beispielsweise hatte ich Probleme beim Fahrradfahren. Denn schon nach einer kurzen Strecke ins nächste Dorf (ca. 5 Kilometer) war ich körperlich völlig ausgelaugt. Auch Joggen fiel mir schwerer. Ich war bereits nach 10 Minuten langsamen Joggens aus der Puste. Selbst wenn ich längere Strecken gegangen bin, merkte ich, dass meine Beine nicht mehr so konnten, wie sie es eigentlich sollten. Insbesondere bergauf musste ich fast immer eine Pause einlegen, obwohl ich vor meiner Krankheit nie Probleme damit hatte. Oft war es so für mich sehr unangenehm, wenn ich beispielsweise mit Freunden oder Bekannten spazieren ging und dann immer hinterherhinkte und sagen musste: „Könnt ihr bitte etwas langsamer gehen?“ Und man ist auch irgendwie bedrückt, weil der Körper nicht mehr so viel kann wie früher.

Als ich dann anfing das Medikament Zeldox einzunehmen, wurde es durch die Nebenwirkungen noch schlimmer. Vor allem morgens macht sich diese Schwäche nun bemerkbar. Jeden morgen muss ich mich regelrecht aus dem Bett hieven, weil mein Körper so geschwächt ist. Nach etwa drei Stunden wird es zwar besser, aber im Verlauf des Tages bleibt dennoch eine konstante Schwäche erhalten. Vor allem meine Arme fühlen sich oft sehr schwach an. Nun ist Sport für mich noch schwieriger, als er ohnehin schon gewesen ist. Fahrradfahren kann ich nur noch ganz wenig. Genauso ist es mit Joggen oder anderen körperlichen Betätigungen. Auch das Gehen ist zu einer größeren Herausforderung geworden. Mit der zusätzlichen Schwäche kamen auch negative Gedanken, da ich es mehr und mehr vermisste, einfach richtig Sport zu machen und den Körper belasten zu können.

Um meinen Körper wieder fitter zu machen beschloss ich, in ein Fitnessstudio zu gehen. Doch nach mehreren Besuchen dort merkte ich, dass schon kurze Muskel- oder Ausdauerübungen für mich viel zu anstrengend waren. Teilweise so sehr, dass ich mich schon quälen musste. Hinzu kam, dass auch mein Kopf einfach nicht mehr wollte. Folglich meldete ich mich beim Fitnessstudio wieder ab.

Mittlerweile habe ich beim Gehen keine Probleme mehr. Was andere sportliche Aktivitäten betreffen, schon. Deswegen mache ich im Moment so gut wie gar keinen Sport, auch wenn ich es sehr gerne würde.

2 Gedanken zu „Wenn der Körper schlappmacht“

    1. Hallo
      Ja es war tatsächlich so, dass es mir nach meiner 1. Psychose relativ gut ging und ich sogar eine Ausbildung anfangen konnte. Deswegen dachte ich, dass Medikamente zu diesem Zeitpunkt noch nicht nötig wären.

      Gefällt 1 Person

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