Krankheitsgeschichte

Ein Date mit Tim

Da mir die Seehunde in der Seehundbucht Angst eingeflößt hatten, beschloss ich zurückzugehen. Nach einigen Schritten im matschigen Watt bemerkte ich, dass es nebelig wurde. Zunächst nur ganz leicht, aber dann wurde es immer dichter und dichter. Der Nebel war so stark, dass ich kaum noch den Weg vor meinen Augen erkennen konnte. Ich war fest davon überzeugt, dass dieser Nebel das Werk des Teufels war, mit der Absicht, dass ich mich verlaufe und den Weg nach Hause nicht mehr finden solle. Ich bekam Angst, Denn ich wusste eigentlich überhaupt nicht, wo ich hingehen sollte und bis zum Anfang des Strandes mussten es noch ca. 2 Kilometer sein. Zu meiner Erleichterung legte sich der Nebel und ich konnte problemlos den Weg zurück in die WG finden.

Dort angekommen wechselte ich meine Klamotten und setzte mich auf mein Bett. Plötzlich spürte ich in meinem linken Arm ein seltsames Gefühl. Nach kurzem Überlegen war ich der Ansicht, dass sich Tims Arm in meinem Arm befinden musste. Ich glaubte, dass Gott es uns so ermöglicht, Kontakt miteinander zu haben. Außerdem dachte ich, dass Tim es spürt, wenn ich meinen linken Arm berühre. Der Gedanke, dass sich ein Teil von Tims Körper in mir befindet, machte mich sehr glücklich und ich beschloss, auf diese Weise mit ihm auf ein Date zu gehen.

Zunächst machte ich mich vor dem Spiegel schön und ging dann im Glauben, dass Tim durch meinen Arm bei mir sei, zum Strand. Dort baute ich dann liebevoll ein Herz aus Sand für Tim und ich hatte das Gefühl, dass er sich sehr darüber freue. Danach setzte ich meinen Weg fort bis ich zu einem Lokal kam, wo ich mit Tim zusammen etwas trinken wollte. An der Bar fragte mich der Kellner: „Und was kann ich euch bringen?“ In diesem Moment glaubte ich, dass Tim gerade neben mir steht und der Kellner ihn sehen kann, ich aber nicht. Ich bestellte ein Getränk und begab mich, als ich es ausgetrunken hatte, wieder zum Strand. Als ich so am Strand entlang ging sah ich einen Fußball herumliegen, der anscheinend niemandem gehörte. Ich spielte damit und bekam dann ein seltsamen Gefühl in meinen Beinen. Jetzt dachte ich, dass nun auch Tims Beine in meinen Beinen sind und, dass so gesehen Tim gerade Fußball spielt. Dieses Gefühl, Tim so nahe zu sein und ihn sogar in sich zu haben, war sehr schön für mich.

Ich wollte jedoch noch etwas Romantisches mit Tim machen. Also bin auf ein großes Klettergerüst gestiegen, welches sich am Strand befand. Von oben konnte man fast über den ganzen Strand blicken. Ich spürte Tims Nähe sehr stark und genoss diesen Augenblick. Hoch auf diesem Klettergerüst fühlte ich, wie himmlisch Tim und ich sind, da ich ja dachte, dass wir beide Engel seien. Ich kann dieses Gefühl gar nicht so richtig in Worte fassen. Es war jedenfalls sehr außergewöhnlich. Der Tag neigte sich dem Ende und ich ging wieder nach Hause in die WG, wo ich mir nicht mehr so sicher war, ob Tim noch immer bei mir war.

 

Ein Gedanke zu „Ein Date mit Tim“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.