Gedankenwelt

„Hallo, ich bin die Ampel“

In meinem Alltag bin ich oft nicht auf mein Leben, sondern nur auf Wohnungen und Häuser in meiner Umgebung fokussiert. Insbesondere wenn ich gerade zu der Wohnung von jemandem gehe. Ich denke dann manchmal, das Leben besteht nur darin, von Wohnung zu Wohnung zu gehen oder von Haus zu Haus. Ich denke: „Wohnungen, sagt sie“.

Ich denke daran, dass ich die Welt unmenschlich finde und seit meiner Erkrankung sehr unzufrieden mit ihr bin. Ich bin vor allem deswegen unzufrieden, weil die meisten Städte hauptsächlich aus Häusern und Innenstadt bestehen. Es ist so, dass ich Geschäfte aus einem Grund, den ich nicht ganz erklären kann, irgendwie nicht mehr schön finde .Und Häuser bzw. Wohnungen kommen mir langweilig vor.

Ich höre das Lied „Uptown Funk“ von Bruno Mars in meinem Kopf. Ich habe Gedanken mit einem bedrückenden Gefühl, dass die Krankheit so einschränkend ist.

Ich höre ein Kinderlied, welches ich in meiner Kindheit gehört habe, in meinem Kopf. Es heißt „Hallo ich bin die Ampel. Ich denke daran, dass andere Menschen trotz psychischer Erkrankung etwas erreichen in ihrem Leben. Zum Beispiel habe ich im Fernsehen eine Frau mit Depressionen gesehen, die eine App rausgebracht hat. Dann frage ich mich: „Wieso kann ich nicht trotz meiner Krankheit etwas besonderes schaffen im Leben“?

Ich höre das Lied „Fool Me“ von Inna in meinem Kopf. Ich erinnere mich an eine Szene aus meiner Schulzeit. Zu diesem Zeitpunkt sind meine Leistungen aufgrund meiner Krankheit drastisch runtergegangen. Ein Mitschüler sagte zu mir: „Du lässt nach, Jessica“.

Ich sehe bei Facebook das Profil meiner Cousine. Sie trägt ein blaues Kleid. Dann denke ich, was für eine tolle Frau sie ist und, dass ich nicht so eine tolle Frau bin wegen meiner Krankheit. Ich denke, dass meine Cousine gesund ist und ich krank. Ich denke daran, dass meine Schwester solche Gedanken nicht hat, wenn sie das Bild sieht, da sie ja selbst gesund ist.

Ich höre das Lied „Salina Skies“ von Inna in meinem Kopf. Ich weiß nicht genau ob ich meine Gedanken richtig entschlüssele. Ich denke: „Sie weiß ja nicht ob sie ihre Gedanken richtig entwirrt“. Ich denke daran, dass ich älter werde, ohne das Leben auszukosten.

Ich sehe mein Spiegelbild in meinem Fernseher. Dann stelle ich mir vor, wie diese Situation wäre, wenn ich gesund wäre. Ich denke, dass ich Freude an mir selber und am Leben hätte, wenn ich nicht krank wäre.

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