Krankheitsgeschichte

In Teufels Küche

Da stand ich also. Vor dem Meer. Mit dem Gedanken, mich im Wasser zu ertränken. Doch irgendetwas in mir wollte noch nicht sterben, sondern leben. Also entschied ich, mich nicht umzubringen und entfernte mich vom Wasser.

Am nächsten Tag in der Nordseeklinik hatte ich eine starke Halluzination. Ich sah im Gang ein Mädchen, welches ich bei dem Bufdi-Treffen kennengelernt hatte. Obwohl ich dieses Mädchen sehr deutlich sah, hatte ich keine Angst vor ihr. Vielmehr war es so, dass ich nicht darüber nachdachte.

Es war Mittagszeit in der Nordseeklinik und ich machte mich auf den Weg zur Essensausgabe. Allerdings kam ich zu spät und das Buffet war bereits abgebaut. Ein Küchenmitarbeiter der Klinik ging sehr energisch und hektisch hin und her. Dann fing ich an zu glauben, dass er das tat, weil in ihm der Teufel wütet. Ich fragte ihn, ob er mir noch etwas zu Essen geben könnte, auch wenn es eigentlich schon zu spät dafür war. Mit einem unfreundlichen strengen Ton sagte er, dass er mir nichts mehr geben würde. Dies bestätigte für mich meine Vermutung, dass in ihm der Teufel lebt, da ich glaubte, dass der Teufel mich als Engel hasst und mir deswegen schaden will. Zunächst war ich sehr enttäuscht, dass ich nichts mehr zu Essen bekommen konnte. Doch dann kam ein weiterer Küchenmitarbeiter zu mir und gab mir heimlich doch noch Mittagessen. Ich war der Ansicht, dass dieser Mitarbeiter Jesus sein muss, der mir in dieser misslichen Lage geholfen hatte.

Zurück in der WG halluzinierte ich und sah im Spiegel ein blondes Mädchen, die eine modische Mütze aufhatte. Sie sah sehr schön und freundlich aus. In der Realität war es so, dass in die WG eine neue Mitarbeiterin eingezogen war. Sie hatte blonde, kurze Haare. Und, da ich ja glaubte, ich lebe in einer anderen Welt, dachte ich, dass diese neue Mitarbeiterin in Wirklichkeit so aussieht, wie die Halluzination, also das blonde Mädchen, dass ich im Spiegel gesehen hatte.

In meinem Zimmer hatte ich sehr viele Schuhe. Ich halluzinierte wieder und hörte die Stimme von meiner Mitbewohnerin Nadine, wie sie sagte: „Wie viele Schuhe sie hat!“ Zudem hatte ich das Gefühl, dass sie am Telefon mit ihrem Freund über mich redet. Anschließend ging ich unter die Dusche. Ich hörte wieder die Stimme von Nadine. Dieses Mal hörte ich sie sagen: „Sie ist ein Warmduscher!“ Plötzlich fühlte ich mich beim Duschen sehr ängstlich und hilflos. Zu meiner Erleichterung ließen diese Gefühle einige Zeit später nach.

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