Krankheitsgeschichte

Aufruhe im Krankenhaus

Es war mitten in der Nacht und ich irrte alleine draußen in Borkum umher, da ich ja ein Krankenhaus suchte. Und als ich so einen einsamen Weg entlang ging, begegnete ich einer Frau mit einem Hund. Ich fragte sie, ob es hier in Borkum ein Krankenhaus gäbe und wo es sich befindet. Die Frau war sehr freundlich und zeigte mir den Weg zum Krankenhaus. Ich hielt sie für einen Hirten Gottes, der mir als Engel den richtigen Weg weisen sollte.

Als ich dann im Krankenhaus ankam, bekam ich ein Einzelzimmer. Trotzdem fühlte ich mich sehr beobachtet. Ich glaubte, dass irgendwo in den Wänden Kameras angebracht wären, über die mich die Schwestern in einem Nebenzimmer auf einem Bildschirm beobachten würden. Daneben halluzinierte ich und hörte Stimmen, von denen ich glaubte, dass es die Stimmen der Krankenschwestern sind, die über einen Lautsprecher zu mir sprechen. Eine Stimme sagte: „Mach doch mal die Haare offen“. Zu diesem Zeitpunkt lag ich im Bett und hatte meine Haare zu einem Dutt zusammen gebunden. Dann hörte ich Stimmen, bei denen es sich so anhörte als ob sie vom Krankenhausflur kamen. Sie sagten, dass ich die schwere Lungenkrankheit Lungentuberkulose hätte. Und ich glaubte dies.

Plötzlich fühlte ich Schmerzen in mir. Schmerzen in der Lunge und auch in anderen Körperregionen. So war ich fest davon überzeugt, dass ich diese schwere Lungenkrankheit habe und dass ich daran sterben muss. Verzweiflung machte sich in mir breit. Denn ich wollte nicht sterben. Ich glaubte auch, dass die Schwestern wüssten, dass ich in dieser Nacht sterben werde würde und sich schon auf meine Leiche vorbereiteten.

Dann, als ich voller Angst in meinem Bett im Krankenhaus lag, halluzinierte ich und hörte eine Stimme, die zu mir sprach. Ich glaubte es sei die Stimme Gottes. Die Stimme klang sehr beruhigend und sie sagte, dass sie mich liebt, dass ich gesegnet sei und, dass ich zwei Kinder bekommen würde. In diesem Moment dachte ich natürlich, dass ich diese Kinder mit Tim bekommen würde. Zudem fühlte es sich so an, als würde ich Gottes Liebe spüren. Es fühlte sich so an als wäre sie riesengroß. Anschließend spürte ich ein merkwürdiges Gefühl in meinem Körper und ich glaubte, dass nun der Geist Jesu in mich gefahren wäre. Ich halluzinierte wieder und sah über mir ein goldenes Himmelstor, vor dem zwei männliche Engel standen. Sie hatten blonde lockige Haare.

Als ich am nächsten morgen im Krankenhaus aufwachte und ja nicht tot war, hielt ich das zunächst für ein Wunder. Ich dachte, dass Gott mich vor dieser Lungenkrankheit und dem Tod geschützt habe. Doch ein Teil von mir glaubte immer noch, dass diese Lungenkrankheit da wäre und ich früher oder später daran sterben würde. Die Krankenschwestern sagten mir zwar, dass ich nicht sterben muss, doch ich glaubte sie wollen es mir nur nicht sagen, damit ich keine Angst habe.

Ich wurde aus dem Krankenhaus entlassen und fuhr mit einem Taxi zurück in die WG. Dort rief ich meine Mutter an und erzählte ihr, dass ich bald sterben würde. Sie versuchte mich vom Gegenteil zu überzeugen, aber ich hielt erstmal an dieser Ansicht fest. Erst nach einiger Zeit bemerkte ich, dass ich anscheinend doch noch nicht sterben müsste.

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