Gedankenwelt

Unsicherheit im Orchester

Ich sehe ein Kinderfoto von mir, auf dem ich fröhlich bin und denke dann, dass ich bzw. meine Persönlichkeit durch die Krankheit zerstört ist.

Ich denke an die Mitschüler aus meiner alten IT-Klasse. Einer von ihnen hat mal zu einem anderen Schüler gesagt: „Hattest du keine Kindheit“. Dann denke ich an die Kindheit dieser Mitschüler und dass sie das Leben spüren und ich keinen Bezug mehr zu meiner Kindheit habe. Ich frage mich, ob ich eine Seele habe.

Ich höre das Lied „Show me the way“ von Inna in meinem Kopf. Ich denke dann daran, dass ich kein Inneres mehr habe.

Ich denke an mein früheres Facebookprofil, als ich noch gesund war. Ich denke daran, dass ich damals noch ein Inneres hatte und wusste, wer ich bin. Ich denke an meine Identität. Früher habe ich in einem Orchester Geige gespielt. Ich denke daran, wie ich damals im Orchester war als ich noch gesund war. Dann denke ich, wie es wäre wenn ich heute im Orchester mitspielen würde. Ich stelle mir die Szene bildlich vor, wie ich im Orchesterraum sitze und als neues Mitglied vorgestellt werde. Ich stelle mir vor, wie ich dort ohne Persönlichkeit und ohne Selbstbewusstsein rumsitzen würde.

Ich höre das Lied „Countdown“ von Beyonce in meinem Kopf. Ich googel Beyonces Alter und erfahre, dass sie schon 36 ist. Dann denke ich an ihren Tod und sehe den Tod im Älterwerden. Dann denke ich, dass meine Cousine Christine das Leben sieht und nicht den Tod. Ich denke daran, wie gesunde Menschen auf das Leben fokussiert sind und nicht auf den Tod, so wie ich. Ich denke, dass wenn Menschen auf ein Konzert gehen, sie etwas erleben.

Ich denke daran, dass ich mich vor meiner Krankheit überhaupt nicht psycho gefühlt habe und dass ich mich mit der Krankheit schon oft Psycho gefühlt habe.

Ich sehe bildlich eine Szene in meinem Kopf, in der ich gesund im Garten meiner Oma entlang ging. Ich wünschte, ich könnte wieder so sein wie zu diesem Zeitpunkt. Ich denke daran, dass meine Schwester kein Psycho ist und sich innerlich auch nicht so fühlt. Ich höre das Lied „This is what you came for“ von Rihanna in meinem Kopf.

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